Schwangerschaft & Familie

SSW, Eisprung und fruchtbare Tage richtig einordnen

Dieser Ratgeber erklärt, wann SSW-Rechner, Eisprungrechner und Fruchtbarkeitsrechner sinnvoll helfen und wo ihre Grenzen liegen.

Aktualisiert am 21.04.2026 Zuordnung: SSW, Eisprung, fruchtbare Tage, Elternzeit

Vier Rechner für Zyklus, Schwangerschaft und Geburt

Im Bereich Schwangerschaft und Familie tauchen vier wiederkehrende Fragen auf: Wann ist der Eisprung? Welche Tage sind fruchtbar? Wie weit bin ich? Wann ist der errechnete Termin? Für jede Frage gibt es ein eigenes Werkzeug:

Rechner Frage
Eisprung-Rechner Wann findet voraussichtlich der nächste Eisprung statt?
Fruchtbare-Tage-Rechner Welches Zeitfenster ist diesen Zyklus besonders fruchtbar?
SSW-Rechner In welcher Schwangerschaftswoche bin ich heute?
Elternzeit-Rechner Wann beginnt der Mutterschutz, wann die Elternzeit?

Alle Rechner arbeiten mit statistischen Standardmodellen. Sie sind als Orientierung gedacht, nicht als medizinische Auskunft.

Der weibliche Zyklus in Phasen

Ein typischer Menstruationszyklus dauert 28 Tage, kann aber zwischen 21 und 35 Tagen variieren. Die Zykluslänge berechnet sich vom ersten Tag der Periode bis zum Tag vor der nächsten Periode. Vier Phasen prägen den Zyklus:

Phase Tage (bei 28-Tage-Zyklus) Geschehen
Menstruation Tag 1 bis 5 Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut
Follikelphase Tag 1 bis 13 Heranreifen mehrerer Follikel, einer dominant
Eisprung Tag 14 (etwa) Freisetzung der reifen Eizelle
Lutealphase Tag 15 bis 28 Gelbkörper bildet sich, Schleimhautaufbau

Die Lutealphase ist relativ stabil bei rund 14 Tagen. Was bei langen oder kurzen Zyklen variiert, ist die Follikelphase – sie kann zwischen 7 und 21 Tagen liegen. Daraus folgt eine wichtige Faustregel: Der Eisprung findet immer ungefähr 14 Tage vor der nächsten Periode statt, nicht 14 Tage nach Beginn der vorigen.

Bei einem 32-Tage-Zyklus liegt der Eisprung also nicht an Tag 16, sondern an Tag 18 (32 minus 14). Bei einem 24-Tage-Zyklus an Tag 10 statt Tag 12.

Fruchtbare Tage: das Zeitfenster

Spermien können im günstigen Schleim der Gebärmutterhalsmuskulatur bis zu fünf Tage überleben. Die Eizelle dagegen ist nach dem Eisprung nur 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Daraus ergibt sich das fruchtbare Zeitfenster:

  • 5 Tage vor dem Eisprung
  • der Tag des Eisprungs selbst
  • 1 Tag nach dem Eisprung (gering)

In Summe also etwa 6 fruchtbare Tage pro Zyklus. Die höchste Schwangerschaftswahrscheinlichkeit liegt am Tag vor dem Eisprung und am Tag des Eisprungs.

Tabelle für einen Standardzyklus von 28 Tagen, Periodenbeginn am Tag 1:

Tag Phase Fruchtbarkeit
1–5 Menstruation sehr gering
6–8 frühe Follikelphase gering
9 beginnende Fertilität mittel
10–13 hochfertiles Fenster sehr hoch
14 Eisprung maximal
15 Nach-Eisprung hoch (sinkend)
16 onwards Lutealphase gering

Wichtig: Diese Werte gelten für statistische Mittelwerte. Bei unregelmäßigem Zyklus, hormonellen Verhütungsmitteln oder nach dem Absetzen der Pille können die Berechnungen mehrere Tage abweichen. Der Eisprung-Rechner und der Fruchtbare-Tage-Rechner berücksichtigen abweichende Zykluslängen, bleiben aber Schätzungen.

Methoden zur Eisprung-Bestimmung im Vergleich

Methode Genauigkeit Vorteil Grenze
Kalender (Standardmodell) ±3 Tage einfach, kostenlos nur bei regelmäßigem Zyklus
Basaltemperatur ±1 Tag rückblickend preiswert zeigt Eisprung erst nach Eintritt
Zervixschleim-Beobachtung mittel bis hoch Hinweis auf fertile Phase erfordert Erfahrung
Ovulationstests (LH) hoch zeigt LH-Anstieg vor Eisprung kostenintensiv über Monate
Ultraschall (Follikometrie) sehr hoch klinischer Goldstandard nur in Praxen verfügbar

Wer das fruchtbare Zeitfenster sehr genau bestimmen möchte, kombiniert idealerweise mehrere Methoden – Kalender für die Vorausplanung, Zervixschleim und LH-Tests zur Bestätigung.

Schwangerschaftswoche: die SSW-Zählung

Die Schwangerschaftswoche (SSW) wird in Deutschland ab dem ersten Tag der letzten Menstruationsperiode (Last Menstrual Period, LMP) gezählt. Das hat einen praktischen Grund: Der Zeitpunkt des Eisprungs ist selten exakt bekannt, der erste Tag der letzten Periode dagegen meist klar. Aus dieser Datierung folgt:

  • Befruchtung findet etwa in SSW 2+0 bis 2+5 statt
  • Einnistung in SSW 3+0 bis 3+5
  • Erste positive Schwangerschaftstests ab SSW 4+0
  • Errechneter Termin (ET) liegt bei SSW 40+0 (280 Tage nach LMP)

Die Notation „SSW 12+3" bedeutet: 12 abgeschlossene Schwangerschaftswochen plus 3 zusätzliche Tage. Die SSW wechselt jeden Sonntag (bei Wochenbeginn Montag) oder Montag (bei Wochenbeginn Sonntag).

Eine Faustregel für die Trimester:

Trimester SSW Charakter
Erstes Trimester SSW 1 bis 13 Organbildung, höchstes Fehlgeburtsrisiko
Zweites Trimester SSW 14 bis 27 „Schönste Zeit", weniger Beschwerden
Drittes Trimester SSW 28 bis 40+ Wachstum und Reifung

Der SSW-Rechner berechnet die aktuelle SSW und den ET sowohl aus der letzten Periode als auch aus dem Eisprungdatum oder dem Befruchtungsdatum.

Naegele-Regel und der errechnete Termin

Die in Deutschland verbreitete Naegele-Regel datiert den errechneten Termin auf:

  • ET = erster Tag der letzten Periode + 280 Tage
  • Vereinfachung: + 7 Tage, − 3 Monate, + 1 Jahr

Beispiel: Letzte Periode begann am 17. März 2026. Die Naegele-Regel ergibt einen ET am 24. Dezember 2026. Eine Korrektur für nicht-28-Tage-Zyklen lautet: + (Zykluslänge − 28) Tage.

Tatsächlich finden nur rund 4 % aller Geburten genau am errechneten Termin statt. Etwa zwei Drittel aller Geburten fallen in das Zeitfenster von einer Woche vor bis einer Woche nach dem ET. Spätestens ab Tag 14 nach dem ET (SSW 42+0) wird die Geburt medizinisch eingeleitet, weil das Risiko für Mutter und Kind steigt.

Mutterschutz und Elternzeit

Mit der Bestätigung der Schwangerschaft setzen verschiedene rechtliche Schutzfristen ein:

  • Mutterschutzfristen (Mutterschutzgesetz): 6 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin und 8 Wochen nach der Geburt (12 Wochen bei Früh- und Mehrlingsgeburten oder bei Geburt eines Kindes mit Behinderung).
  • Mutterschaftsgeld: Während der Schutzfrist gibt es Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse plus ggf. einen Arbeitgeberzuschuss.
  • Elternzeit: Anspruch von bis zu drei Jahren pro Kind, davon kann ein Teil bis zum 8. Geburtstag des Kindes übertragen werden.

Der Elternzeit-Rechner plant Mutterschutz, Elternzeit und Rückkehr in den Beruf in einer geschlossenen Sicht.

Typische Fehler bei Zyklus-Rechnungen

  • Letzten Tag der Periode statt ersten Tag verwenden: SSW und ET zählen ab dem ersten Tag der letzten Periode.
  • Eisprung mittig im Zyklus annehmen: Bei langen oder kurzen Zyklen falsch – immer 14 Tage vor der nächsten Periode rechnen.
  • Unregelmäßigen Zyklus mit fester Zykluslänge erzwingen: Bei stark schwankenden Zyklen sind Kalenderrechnungen wenig aussagekräftig.
  • Aus einer Orientierung eine Gewissheit machen: Die berechneten Daten sind Wahrscheinlichkeiten, keine Fakten.
  • Negative Tests zu früh interpretieren: Vor SSW 4+0 sind viele Tests noch negativ, auch wenn eine Schwangerschaft besteht.

Fazit

Zyklus-, Eisprung- und SSW-Rechner sind ehrliche Helfer, wenn sie als Orientierung verstanden werden und nicht als Diagnose. Wer den Eisprung bestimmen, fruchtbare Tage planen, die Schwangerschaftswoche kennen oder den Geburtstermin einordnen möchte, bekommt mit den vier Werkzeugen auf Ultra-Rechner eine solide Basis – und weiß zugleich, an welchen Stellen die persönliche Beratung durch Gynäkologin, Hebamme oder Arzt den entscheidenden Unterschied macht.

Quellen

FAQ

Häufige Fragen zum Thema

Warum arbeiten diese Rechner nur näherungsweise?

Weil Zykluslänge, Eisprungzeitpunkt und Schwangerschaftsverlauf individuell stark schwanken. Ein „28-Tage-Zyklus" ist ein statistischer Durchschnitt, kein Naturgesetz.

Wie viele Tage im Monat ist eine Frau wirklich fruchtbar?

Das fruchtbare Zeitfenster umfasst meist sechs Tage: die fünf Tage vor dem Eisprung plus den Tag des Eisprungs selbst. Spermien können bis zu fünf Tage überleben, die Eizelle nur 12 bis 24 Stunden.

Was bedeutet SSW 12+3?

Die zwölfte vollendete Schwangerschaftswoche plus drei Tage. Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt; die Geburt liegt rechnerisch bei SSW 40+0.

Stimmt der errechnete Termin?

Nur etwa 4 % der Geburten finden genau am errechneten Termin statt. Die meisten Geburten liegen im Zeitfenster von SSW 38 bis SSW 42. Spätestens ab Tag 14 nach dem errechneten Termin wird die Geburt medizinisch eingeleitet.

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