Methodik
Methodik und Quellen – wie die Rechner auf Ultra-Rechner gebaut werden
Eine offene Darstellung der mathematischen Grundlagen, der verwendeten Quellen, der Aktualisierungszyklen und der Grenzen jedes Themenbereichs.
Aufbau einer Rechnerseite
Jede Rechnerseite besteht aus den gleichen Bauteilen, damit sich Aussagen vergleichen lassen und Nutzer schnell wissen, wohin sie auf der Seite schauen müssen:
- Titel, Kategorie, Aktualisierungsdatum.
- Kurzeinleitung, was berechnet wird und wofür sich die Ergebnisse eignen.
- Eingabeformular mit validierten Feldern; nicht plausible Eingaben werden vor der Berechnung abgewiesen.
- Primärergebnis und Sekundärergebnisse, jeweils mit Einheit.
- Schritt-für-Schritt-Rechenweg mit Formel, eingesetztem Wert und Zwischenergebnissen.
- Hintergrundtext, Methodik-Abschnitt und Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen.
- Drei bis fünf konkrete Beispielrechnungen, die mit einem Klick in den Rechner geladen werden können.
- Häufige Fragen (FAQ) mit kurzen, geprüften Antworten.
- Quellenbox mit dem Stand der zugrundeliegenden Werte sowie verlinkten Gesetzes-, Tarif- oder Fachquellen.
- Verweis auf verwandte Rechner und passende Ratgeber.
Mathematischer Aufbau
Wir trennen die Berechnung sauber von der Anzeige. Jeder Rechner implementiert in einer PHP-Klasse eine calculate()-Methode, die ein CalculationResult zurückgibt. Das Ergebnis enthält Rohwerte (für unsere Tests), formatierte Anzeigewerte (Lokalisierung, Tausendertrennzeichen, Währungssymbole) und einen Rechenweg, der die einzelnen Schritte sichtbar macht. Eingaben werden vor der Verarbeitung normalisiert (Dezimalkomma vs. Punkt, deutsche Datumsformate, Ja/Nein-Felder) und gegen ihren erwarteten Typ geprüft.
Für jeden Rechner pflegen wir Regressionstests mit bekannten Wertepaaren. Bei jeder Änderung an einer Berechnung schlägt eine Anpassung Alarm, wenn sich ein etablierter Beispielwert verschiebt. Damit lässt sich verhindern, dass eine Formeländerung unbemerkt das Ergebnis verfälscht. Die Tests umfassen heute mehr als zweitausend einzelne Prüfungen über alle Rechner, Routen und Validierungen.
Quellenlogik je Themenbereich
Wir benennen pro Themenbereich, woher die maßgeblichen Werte stammen und welche Vereinfachungen einfließen.
Gehalt, Lohnsteuer, Sozialabgaben
Grundlagen: Einkommensteuergesetz (EStG), Sozialgesetzbücher IV, V, VI, XI; jährliche Beitragsbemessungsgrenzen und Beitragssätze laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit. Die Lohnsteuerberechnung folgt der Tarifformel des § 32a EStG mit den jeweils gültigen Eckwerten (Grundfreibetrag, Spitzensteuersatz, Reichensteuergrenze). Die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden im paritätischen Modell ausgewiesen und durch den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen ergänzt. PKV-Beiträge können als feste Eingabe übergeben werden.
Sozialleistungen
Grundlagen: SGB II (Bürgergeld), Wohngeldgesetz (WoGG) inklusive Wohngeldtabellen, Bundeskindergeldgesetz § 6a (Kinderzuschlag), BEEG (Elterngeld), SGB V §§ 44 ff. (Krankengeld), SGB III (ALG I). Regelsätze, Hinzuverdienstregeln und Anrechnungsstufen werden zum Jahreswechsel und nach Reformen aktualisiert. Wir geben den Anspruchswert als Schätzung aus, weil reale Bescheide individuelle Mehrbedarfe, Bedarfsgemeinschaften und Mietobergrenzen berücksichtigen, die ein Online-Rechner nicht abbildet.
Geldanlage und Finanzen
Grundlagen: Zinseszinsformel, Annuitätenformel, nachschüssige Rentenformel, Effektivzins nach Preisangabenverordnung (PAngV). Wir verwenden lineare Zinseszinsmodelle ohne Marktschwankungen und weisen ausdrücklich darauf hin, dass historische Renditen keine Garantie für die Zukunft sind. Die Abgeltungsteuer wird als Berechnungsoption mit 25 %, Solidaritätszuschlag und optional Kirchensteuer angeboten. Vorabpauschalen werden vereinfacht ohne thesaurierende Detaillogik dargestellt.
Immobilien und Wohnen
Grundlagen: Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) mit länderspezifischen Sätzen, Grundsteuergesetz (GrStG) nach der Reform 2025 mit den Landesmodellen (Bundesmodell, Bayern-, Hamburg-, Hessen-, Niedersachsen-, Baden-Württemberg-Modell), GNotKG für Notarkosten, BGB §§ 535 ff. für mietrechtliche Grenzen. Beleihungsquoten und Zinszuschläge basieren auf Marktreferenzen der Deutschen Bundesbank.
Öffentlicher Dienst
Grundlagen: aktuelle Tabellen des TVöD-Bund, TVöD-VKA, TV-L sowie der Spartenverträge (TVöD-SuE, TVöD-Pflege, TV-Ä). Tabellen werden zum Tarifabschluss aktualisiert und mit dem Tarifstand auf der jeweiligen Rechnerseite ausgewiesen. Stufenlaufzeiten, Jahressonderzahlungen und Leistungsentgelt folgen den Tariftexten.
Gesundheit
Grundlagen: WHO-Klassifikation für BMI, Mifflin-St-Jeor-Formel für den Grundumsatz, PAL-Faktoren der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Widmark-Formel für den Promillerechner. Wir geben Wertebereiche statt scharfer Punktwerte aus und versehen jede Seite mit Hinweisen zur Aussagekraft und zu Sonderfällen (Schwangerschaft, Muskelmasse, Erkrankungen).
Schwangerschaft und Familie
Grundlagen: Naegele-Regel für den errechneten Geburtstermin, Standardannahme einer 14-tägigen Lutealphase, gesetzliche Mutterschutzfristen nach MuSchG, Bezugsdauer und Höhe nach BEEG. Alle Rechner sind ausdrücklich als Orientierungsmodelle gekennzeichnet; eine medizinische Bewertung ersetzen sie nicht.
Mathe und Schule
Grundlagen: deutsche Kerncurricula der Sekundarstufe I, KMK-Bildungsstandards. Notation und Formeln folgen dem üblichen Schulstandard. Bei Sonderfällen (Division durch null, leere Eingaben, negative Werte) geben wir verständliche Fehlermeldungen aus.
Arbeit und Zeit
Grundlagen: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) für Höchstarbeitszeit und Ruhezeit, Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) für den Mindesturlaub, gepflegte Feiertagsliste pro Bundesland für Werktage und Arbeitstage. Industrieminuten werden im Hundertstel-System (1 Stunde = 100) ausgegeben.
Küche und Backen
Grundlagen: Dichtetabellen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sowie USDA FoodData Central für die gängigsten Lebensmittel, deutsche Konvention von 15 ml pro Esslöffel und 5 ml pro Teelöffel, deutsche Tasse (250 ml) im Unterschied zur US-Cup (240 ml). Bäckerprozente sind die Standardmethode für Teige.
Auto und Haushalt
Grundlagen: Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) für die hubraum- und CO₂-bezogene Berechnung, Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), Strompreisstatistiken der Bundesnetzagentur. Wir setzen WLTP-Werte als Grundlage, geben aber den real häufig 10 bis 30 % höheren Verbrauch als Hinweis aus.
Audio und Akustik
Grundlagen: DIN EN 60651 (Schallpegelmesser), DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen), AES-Standards für Studiopegel, Schallgeschwindigkeit von 343 m/s bei 20 °C, übliche Normkonventionen für dBu (0,775 V) und dBV (1 V). BPM-zu-Millisekunden-Umrechnungen, axiale Raummoden und Dateigrößen folgen den verbreiteten Standardformeln.
Aktualisierungszyklen
Tarif- und Steuerwerte werden jährlich angepasst, in der Regel zwischen Dezember und Januar des neuen Jahres. Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst, Anpassungen des Bürgergeld-Regelbedarfs oder Sonderregelungen werden zum Inkrafttreten nachgezogen. Die Markdown-basierten Ratgeber tragen ein Front-Matter-Datum, das mit jedem nennenswerten redaktionellen Update angepasst wird. Wenn ein Rechnerergebnis verbindlich sein soll, ist der zuletzt gepflegte Stand maßgeblich, der auf der jeweiligen Seite ausgewiesen ist.
Grenzen und Ehrlichkeit
Wir vermeiden bewusst Aussagen, die wir mit einem Modellrechner nicht halten können. Dazu gehört vor allem: keine medizinischen Diagnosen, keine verbindlichen Bescheide, keine Anlageempfehlungen, keine steuerrechtliche Beratung im Einzelfall. Wenn ein Wert nur eine Größenordnung sein kann (etwa bei Wohngeld, Elterngeld oder Spritkosten), schreiben wir das ausdrücklich. Wenn eine Berechnung ein Modellwert ist (BMI, Eisprung, Realrendite), benennen wir das Modell und seine Annahmen.
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